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Private
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Start: 18. Mai 2006
Ventura
Emotional ergreifendes Drama über eine Familie deren Haus in den besetzten Gebieten von Soldaten als Militärposten eingenommen wird.
Mohammed (Mohammad Bakri) lebt mit seiner Familie im Niemandsland zwischen einem palästinensischen Dorf und einem israelischen Militärstützpunkt. Eines Nachts dringen israelische Soldaten in sein Haus ein und besetzen es. Die Familie, zum Auszug aufgefordert, weigert sich das Haus zu verlassen. Die Besatzer belegen daraufhin die obere Etage, während sich Mohammed, seine Frau und die fünf Kinder nur noch im Erdgeschoss aufhalten dürfen und in der Nacht in ihr eigenes Wohnzimmer eingesperrt werden.

Der Film zeigt brillant, wie die sieben Familienmitglieder mit dieser grotesken und explosiven Situation umgehen. Von Widerstand durch reine Anwesenheit über Ohnmacht, Fluchtgedanken bis zu radikalen Gewaltphantasien reicht das Spektrum der Strategien. Die authentische Zeichnung der Figuren und die subtile Darstellung der immer lauernden Gefahr von Gewalt und Tod, die nur kurz aber heftig ausbricht, gelingt besonders gut. Dazu machen die nur angedeuteten Momente der Entspannung zwischen Besatzern und Besetzten den Film zu einem eindrücklichen Tanz auf des Messers Schneide der Gefühle, der immer auf die fatale Seite zu kippen droht und kein Ende finden kann.

Auszeichnungen:

Goldener Leopard, Beste Regie Locarno 2004
Goldener Leopard Bester Darsteller Mohammed Bakri Locarno 2004
Silver Spike Valladolid International Film Festival 2004
David di Donatello: Bester Nachwuchs-Regisseur 2004
Fipresci Preis San Francisco International Film Festival 2005

Pressestimmen zum Film

"PRIVATE (erzählt) von den Schrecken einer kleinen Welt, in der das Private politisch, das Politische privat geworden ist. ...
PRIVATE, auf engem Raum mit schmalem Budget gedreht, ist ein eindrucksvolles Kinodebüt."
FAZ

"Der 29-jährige italienische Regisseur gewann für sein Kinodebüt den Goldenen Leoparden ... von Locarno. Zu Recht, denn Costanzo verzichtet auf actionreiche Zuspitzung: Es gibt keine Toten. Vielmehr macht das Dokudrama mit grobkörniger Dogma-Ästhetik die Terrorisierung des Alltags geradezu physisch nachvollziehbar - die Alpträume in der Dunkelheit wie die dem Krieg abgerungene Normalität bei Tag. Man bangt, wenn der kampfeswillige Sohn eine Handgranate entschärft, die um ein Haar den Vater erwischt. Und man bangt genauso, wenn die Tochter sich ins verbotene Stockwerk schleicht, um im Schrank versteckt die Soldaten zu beobachten. Feindberührung: Die Angst herrscht diesseits wie jenseits der Schranktür."
Der Tagesspiegel
Regie: Saverio Costanzo
Darsteller: Mohammed Bakri, Lior Miller, Hend Ayoub, Mariam B., Tomer Russo, Arin Omary
Land / Jahr: Italien / 2005
Laufzeit: 90 Minuten
Pressebetreuung: Arne Höhne Presse + Öffentlichkeit: Boxhagener Str. 18, 10245 Berlin, Tel. 030-29 36 16 16, Fax 030-29 36 16 22
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